Hinweis
Laut geltendem med. Recht darf kein "normaler" Honig (auch kein Bio-Honig) für die Wundversorgung verwendet werden.
Lebensmittel und Nahrungsergänzungs-mittel dürfen gesetzlich nicht für medi-zinische Zwecke eingesetzt werden.
Medizinischer Honig für die Wundver-sorgung muss spezielle Kriterien bzgl. Reinheit, Wirkung, biologische Sicherheit etc. erfüllen und wird, wie auch andere moderne Wundversorgungsmittel, auf diese Parameter streng überprüft.
Außerdem muss er sterilisiert sein. Erst wenn all die geforderten Maßstäbe erfüllt sind, kann medizinischer Honig für die Wundversorgung zugelassen werden, was mit dem CE-Gütesiegel manifestiert wird.
Solche Produkte sind nur über die Apotheke oder den medizinischen Fach-handel zu beziehen.
Medihoney - eine heile Welt bei Wunden für die ganze Familie
Honig in der modernen Wundversorgung

Mittlerweile gab es viele Untersuchungen und Publikationen in Bezug auf Honig in der Wundversorgung und es gibt bereits einige honighaltige Medizinprodukte auf dem Markt. Sogenannte "medizinische Honige" bestehen entweder aus einem bestimmten oder einer Mischung unterschiedlicher Honige. Medihoney™ besteht aus einer standardisierten Mischung unterschiedlicher Leptospermum-Honigen.

Die Wirksamkeit von Medihoney™ ist auf folgende Eigenschaften zurückzuführen:

1. Antibakterielle Aktivität. Honig kann auf vielfältige Art antibakteriell wirken.
(a) Alle Honige besitzen eine hohe Zuckerkonzentration, welche dem Gewebe Feuchtigkeit entzieht (hohes osmotisches Potenzial) und damit die Aktivität und die Vermehrung von Bakterien einschränkt. Deshalb kann ein guter Honig auch nicht verderben; er besitzt zu wenig Wasser, um Keimen ein Überleben zu gewährleisten.
(b) Honig enthält das Bienenenzym Glukose-Oxidase, welches in aktiver Form (falls der Honig nicht hitzebehandelt wurde) durch die Verdünnung des Honigs mit Wundsekreten aktiviert wird und Glukose (Traubenzucker) im Honig zersetzt wird. Dabei entstehen geringe Mengen von Wasserstoffperoxyd, hoch genug, um Bakterien abzutöten, aber zu gering, um zytotoxisch (zellabtötend) zu wirken. Wasserstoffperoxyd ist eine labile Substanz, welche wiederum recht schnell zerfällt. Durch die Glukose-Oxidase wird es aber kontinuierlich in niedrigen Konzentrationen nachgebildet. Interessant ist, dass die Bildung des Wasserstoffperoxyds zwischen den Honigsorten stark variieren kann, was von der Konzentration des Honigs auf der Wunde abhängt.
(c) Sehr wenige Honigsorten enthalten weitere antibakteriell wirksame Substanzen, welche wahrscheinlich pflanzlichen Ursprungs sind. Diese wirken unabhängig von Wasserstoffperoxyd, sind sehr stabil werden z. Z. gesucht und untersucht.

Hinweis: Medihoney™ besteht aus einer Mischung von Honigen ausgesuchter Leptospermum-Arten (Australien und Neuseeland), wovon einige ausgeprägte Wasserstoffperoxyd-Bildner sind und andere eine starke peroxydunabhängige antibakterielle Wirkung entfalten.

2. Reinigende Wirkung. Wie oben erwähnt, wird durch das hohe osmotische Potenzial Feuchtigkeit aus dem Wundgewebe "gesaugt". Dadurch werden gleichzeitig Beläge und Nekrosen von der Wunde sowie Bakterien und dessen Gifte aus der Wunde gespült (autolytisches Debridement). Diese Substanzen gelangen in die abdeckende Wundauflage und werden beim Verbandwechsel mit dieser entfernt.

3. Beseitigung von Ödemen. Das Wundgewebe ist oft durch Wasseransammlungen (Ödeme) aufgeschwemmt, was der Heilung nicht dienlich ist. Durch den oben beschriebenen Mechanismus werden diese beseitigt, womit die Heilungstendenz begünstigt wird.

4. Bereitstellung eines feuchten Milieus. Wasser (Wundsekret) löst sich in Honig bei 37°C nur langsam, sodass zwischen dem medizinischen Honig und der Wundoberfläche immer ein Feuchtigkeitsfilm verbleibt. Dadurch wird die Wunde durch das hohe osmotische Potenzial (bewirkt durch die hohe Zuckerkonzentration) des Honigs mittels der oben beschriebenen Vorgänge stets feucht gehalten, was sehr wichtig für die Förderung der Heilung ist. Weiterhin wird dadurch gewährleistet, dass der Verband, welcher über dem medizinischen Honig angelegt wird, bei korrekter Anwendung nicht mit der Wunde verklebt. Der Verbandwechsel kann somit ohne Schmerzen für den Patienten durchgeführt werden.

Hinweis: Wunden sollten keineswegs trocken behandelt werden. Seit den 60er Jahren wurde wissenschaftlich belegt, dass die Wunden wesentlich besser und mit einem besseren kosmetischen Ergebnis heilen, wenn sie feucht gehalten werden. Das Trocknen "an der frischen Luft" ist zwar weit verbreitet, aber nicht im Sinne der Heilung. Verkrustungen der Wunden sind im generellen kein positives Zeichen.

5. Entzündungshemmung. Durch die Beseitigung von Bakterien wird natürlich auch die Entzündung der Wunde nachlassen. Allerdings wirkt Medihoney™ offensichtlich auch direkt entzündungshemmend, z. B. dort, wo keine Infektion vorherrscht. Die genauen Mechanismen hierfür sind noch unklar.

6. Geruchstilgung. Manche, besonders infizierte, Wunden können sehr unangenehm riechen. Bakterien in solchen Wunden verwerten hauptsächlich Aminosäuren, deren Abbauprodukte (Stickstoffverbindungen) stark riechen können. Die Geruchsbelästigung wird sehr rasch durch die Wundpflege mit Medihoney™ auf unterschiedliche Weise behoben. Zum einen werden die Bakterien, welche für den üblen Geruch kausal sind, beseitigt. Die Bakterien, welche nicht sofort eliminiert werden, sehen sich mit einem Überangebot an Zucker konfrontiert, welches dann vorrangig verwertet wird, wobei keine übel riechende Abbauprodukte entstehen.

Hinweis: Obwohl Zucker eine willkommene Nahrungsquelle für Bakterien ist, wird deren Wachstum keineswegs durch Medihoney™ wegen seiner oben beschriebenen antibakteriellen Wirkung gefördert. Es ist aber wichtig zu erwähnen, dass Medihoney™ auch in stark verdünnter Form antibakteriell wirksam ist, was nicht durch jeden Honig geleistet werden kann. Medihoney™ tötet sogar noch in 4%iger Lösung antibiotikaresistente Staphylokokken (MRSA) ab. Hierbei spielt die besondere Mischung der verwendeten Honige eine große Rolle.

7. Saures Milieu. Die in Medihoney™ enthaltenen Honige sind von Natur aus sauer und säuern das Wundgewebe nach der Applikation an. Das hat den Vorteil, dass einige körpereigenen Enzyme (Proteasen), welche bei chronischen Wunden den Abbau des Gewebes begünstigen, in ihrer Aktivität gehemmt werden, weil diese Enzyme ihre optimale Wirkung in einem leicht alkalischen Milieu besitzen. Somit wird ein weiteres Fortschreiten der Wunde beschränkt.

8. Anregung des Gewebewachstums. Medihoney™ regt das Gewebewachstum indirekt (durch oben beschriebene Vorgänge) und direkt an. Wahrscheinlich ist daran auch die Bildung der niedrigen Konzentrationen von Wasserstoffperoxyd beteiligt, wie einige Studien gezeigt haben, zum Beispiel durch die Förderung der Blutbahnbildung (Angiogenese) im Wundgewebe. Dadurch wird auch die Epithelisierung (Zuwachsen) der Wunde begünstigt.

9. Geschmeidigende Wirkung und reduzierte Narbenbildung. Honig hat im Allgemeinen eine geschmeidigende Wirkung auf die Haut, weshalb er oft auch in Kosmetika verwendet wird (meistens allerdings kein medizinischer Honig). Beobachtungen zufolge scheint auch das kosmetische Resultat bei der Heilung durch Medihoney™ pmen kontinuierlich zu. Die Einführung weiterer Produkte in naher Zukunft sollte diesen Trend noch verstärken.


Die Firma Medihoney™ entsprang aus dem Honighersteller Capilano aus Australien. Forschungen der Firma Capilano ergaben, dass Honige von bestimmten Leptospermum-Arten eine außergewöhnlich hohe antibakterielle Aktivität, auch gegen resistente Bakterien wie MRSA, aufzeigten. Diese Eigenschaft war sehr vielversprechend für den Einsatz in der Wundversorgung, um Wunden vor Infektionen zu schützen und vorherrschende Infektionen beseitigen zu helfen, besonders dort, wo der Einsatz von Antibiotika versagt hat.

Nach der Analyse von Honigen aller Leptospermum-Arten (über 80) wurden die aktivsten Honige dieser Arten, unter anderem auch der bekannte Manukahonig, zu einer standardisierten Mischung (Medihoney™ Antibakterieller Honig) verarbeitet. Zuletzt werden diese Produkte natürlich gemäß dem Medizinproduktegesetz sterilisiert.

Schon die Imker haben ein gesondertes Training für die möglichst saubere Sammlung des Honigs bekommen und die weiteren Herstellungsschritte laufen nach den Richtlinien zur Qualitätssicherung für Arzneimittel und Medizinprodukte (GMP - Good Manufacturing Practice) ab. Zum Qualitätsmanagement gehört die Sicherstellung, dass alle Chargen von Medihoney™ mindestens eine antibakterielle Wirkung haben, welche einer 18%igen Phenollösung entspricht. Alle Chargen, welche dieses Kriterium nicht erfüllen können, gelangen in die Lebensmittelherstellung.

Die Medihoney™ Produkte wurden zuerst durch die ARTG (Australian Register of Therapeutic Goods) für den Einsatz als Medizinprodukt zur Wundversorgung in Australien zugelassen. Im Dezember 2004 erfolgte die CE-Zertifizierung, also die Zulassung für den europäischen Raum. Medihoney™ wird bereits in mehreren europäischen Ländern vertrieben, 2007 erfolgte schließlich die Zulassung der FDA (Food and Drug Administration) für die medizinische Therapie in Amerika und Kanada.

Die Medihoney™ Produkte sind seit November 2006 auf dem deutschen Markt über Präsenz- und Online-Apotheken erhältlich. Als moderne Wundversorgungsmittel sind die Wund- und Hautpflegeprodukte auch verschreibungs- und erstattungsfähig. Seit Februar 2009 werden alle Medihoney™ Produkte in Deutschland exklusiv durch die ApoFit Arzneimittelvertrieb GmbH vertrieben.

Im Juli 2007 wurde Medihoney™ von der Firma Comvita aus Neuseeland übernommen.WoundViewer© Comvita hat eine globale Reputation als Hersteller von sehr hochwertigen Gesundheitsprodukten, besonders auf Basis von Unique Manuka Factor Honig (UMF-Manukahonig). Comvita ist heute der weltweit größte Hersteller und Vertreiber hochwertiger Manukaprodukte.

Bei der klinischen Anwendung von Medihoney™ in Deutschland ist das Zentrum für Kinderheilkunde der Universitätsklinik Bonn (Arbeitsgruppe von Priv. Doz. Dr. med. Arne Simon) führend. Die Produkte werden hier seit 2001 für die Versorgung von unterschiedlichen Wunden bei immunsupprimierten Kindern mit Krebserkrankungen in der Primärtherapie, jedoch auch bei Erwachsenen mit hartnäckigen chronischen Wunden, eingesetzt.

Mehrere weitere Krankenhäuser in Deutschland setzen Medihoney™ teilweise bereits seit einigen Jahren für die Wundversorgung ein und berichten überwiegend von sehr positiven Erfahrungen. Die beeindruckenden Erfolge mit diesen Produkten waren der Auslöser für das Projekt WoundViewer©, um den Einsatz von Medihoney™ prospektiv und multizentrisch in Deutschland und Österreich zu dokumentieren. Dieses Projekt wird von der Kinderklinik in Bonn koordiniert. Die Datenerfassung ist abgeschlossen und die Resultate werden z. Z. analysiert.

Die Zahl der Nutzer der Medihoney™ Produkte in allen Bereichen des deutschen Gesundheitssystems nehmen kontinuierlich zu. Die Einführung weiterer Produkte in naher Zukunft sollte diesen Trend noch verstärken.


Geschichtlicher Hintergrund

In Bernstein eingeschlossene Bienen belegen, dass diese Tiere bereits seit 50 Millionen Jahren auf unserer Erde leben. Den Menschen gibt es in erkennbarer Form höchstens seit 2 Millionen Jahren.

Es ist daher anzunehmen, dass Honig dem Menschen schon immer zumindest als Nahrung diente. Zeichnungen aus der Steinzeit (von 6000 v. Chr. oder früher) zeigen Darstellungen vom Sammeln des Honigs. Es wird weiterhin angenommen, dass Honig seit rund 10.000 Jahren von Menschen auch zu anderen Zwecken als nur zur Nahrung genutzt wurde, unter anderem für medizinische Anwendungen.

Das älteste schriftliche Rezept für die medizinische Verwendung von Honig ist auf einer samarischen Tontafel (ca. 2000 v. Chr.) vermerkt:

"Alles zu Staub zermahlen und ... mit Wasser und Honig verkneten. Anschließend etwas Öl und warmes Zedernöl darüber spritzen."

Wahrscheinlich handelt es sich um ein Rezept zur Behandlung einer Infektion oder Wunde.

Es gibt weitere Belege dafür, dass Honig mit zusätzlichen Substanzen zu Medizin verarbeitet wurde, welche der Behandlung von Augen- und Ohrleiden diente. So wurde Butter mit Honig vermischt als Heilmittel nach einem chirurgischen Eingriff oder zur Wundbehandlung eingesetzt. Je nach Anwendung wurde das Rezept um Gerste oder Kräuter ergänzt.

In Asien diente Honig immer als Hauptbestandteil bei der Zubereitung von Medizin, wie z. B. chinesische Aufzeichnungen aus der Zeit ab 2000 v. Chr. zeigen. Im Weda, dem heiligen Buch der Völker, die rund 1000 v. Chr. das Gebiet des Ganges-Tals bewohnten, steht geschrieben:

"Lasst uns Honig nehmen ... um das Äußere schöner zu machen, den Verstand zu entwickeln und den Körper zu stärken."

Hieroglyphen belegen im alten Ägypten, dass Bienen und Honig hoch geschätzt wurden. Schon vor 4000 Jahren hielten die Ägypter Bienen in Körben, ähnlich wie es Imker noch heute tun.

Papyrusrollen beschreiben die Herstellung zahlreicher Medikamente für die diversesten Anwendungen aus Honig. So enthält der Ebers-Papyrus (ca.1550 v. Chr.) allein 147 Rezepte für äußere Anwendungen, in denen Honig verarbeitet wurde. Der Smith-Papyrus zeichnet ein bemerkenswertes Bild von den medizinischen und chirurgischen Anwendungsbereichen des Honigs vor 4000 Jahren. Es werden sogar 48 Fallstudien geschildert, wovon eine die Behandlung einer klaffenden Wunde beschreibt:

"Nachdem die Wunde genäht worden ist, wird am ersten Tag ein Stück Fleisch auf die Wunde gebunden. Wenn sich die Fäden lösen oder in der Wunde eine Lücke klafft, müssen die Ränder wieder gegeneinander geschoben sowie täglich mit Honig und Fett eingerieben werden, bis der Patient genesen ist."

Sogar in der Bibel gibt es einige Verse über die Verwendung von Honig. Rund 1700 v. Chr. trug Jakob seinen Söhnen auf, Balsam und Honig als Geschenk für ihren Bruder Josef mitzunehmen (Genesis 43.11). Der Koran berichtet, dass Gott die Bienen angeregt hat, von allen Früchten zu kosten, damit sie eine Flüssigkeit von unterschiedlicher Farbe erzeugen können, die auf den Menschen heilend wirkt.

So wurden die Rezepte der Ägypter von den Griechen übernommen und obwohl Hippokrates, der Vater der modernen Medizin, sich nicht oft zu diesen Rezepten äußerte, pries er die Möglichkeiten des Honigs in folgendem Satz:
"... reinigt Schwären und Geschwüre, macht harte Krusten auf den Lippen geschmeidig, heilt Furunkel und eiternde Wunden."

Ab 1446 tauchen einige Schriften über die Verwendung von Honig bei der Wundversorgung auf. Schließlich ist der Honig nie ganz aus der Medizin verschwunden, blieb aber in der alternativen Medizin stecken oder wurde als Hausmittel betrachtet. Erst 1759 schrieb ein englischer Arzt ein ganzes Buch über Honig, um seine Kollegen von der Bedeutung des Honigs als Heilmittel für bestimmte Krankheiten oder Störungen zu überzeugen. Es dauerte allerdings noch einmal über 200 Jahre, bis die medizinische Welt langsam anfing, von der Potenz des Honigs für die Wundbehandlung Notiz zu nehmen, besonders nach dem vermehrten Auftreten von antibiotikaresistenten Bakterien.